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Zehn Jahre Elzacher Notfalltag

Zum 15. Mal praktische Notfallmedizin als Unterrichtsfach für Medizinstudenten

Manöverkritik: Notarzt Dr. Oliver Marx (Bildmitte) erläuterte den Studierenden Vor- und Nachteile ihres Handelns bei einem Arbeitsunfall auf einem Baugerüst.

Bewusstlos und unter einem umgestürzten Baum eingeklemmt ist diese Wanderin. Ihre Rettung stellte die Studenten vor besondere Herausforderungen. Fotos: Kurt Meier

Elzach (mkt). Ein kleines Jubiläum feierte der Elzacher Notfalltag: Zum 15. Mal wurde diese Ausbildungsveranstaltung der Universität Freiburg in Zusammenarbeit mit dem DRK-Rettungsdienst und der Freiwilligen Feuerwehr Elzach organisiert – und das im zehnten Jahr in Folge.

Samstagmorgen, kurz nach 7 Uhr: Rund 150 Leute versammelten sich im und rund ums Elzacher Gewerbegebiet Biederbachwiesen. Der 15. Elzacher Notfalltag stand an. Aus einer Vielzahl von Bewerbern hatte man im Vorfeld 64 Studenten zu dieser Ausbildungsveranstaltung der Universität Freiburg zum Thema „präklinische Notfallmedizin“ ausgelost. Im Simulations- und Trainingszentrum der Universitätsklinik hatten diese bis dahin mal schon geübt, wie auf Notfallsituationen in der Klinik reagiert werden muss. Doch nun stand eine ganz andere Aufgabe vor ihnen: Wie gehe ich mit Notfällen außerhalb der Klinik – also auf der Straße, in der heimischen Wohnung, am Arbeitsplatz oder in der freien Natur – um, wenn ich damit konfrontiert werde? Denn genau das kommt auf all diejenigen zu, die sich für die Karriere des Notarztes im Rettungsdienst entscheiden. Für die meisten der Teilnehmer war dies alles Neuland. Entsprechend gespannt warteten sie auf das, was nun auf sie zukommt.

Zunächst einmal viel Technik: Denn der Rettungsdienst von heute ist ein Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Kräfte. Dazu gehören Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeuge mit einem großen Equipment an Medizintechnik. Dazu gehört aber auch die Feuerwehr mit viel technischem Gerät, um zum Beispiel Menschen aus schwierigen Situationen zu retten. Beispielsweise aus einem total zertrümmerten Auto, das gegen eine Betonmauer gerast ist. Oder aus einer Grube auf einer Baustelle, in die ein Bauarbeiter gestürzt ist. Oder aus großer Höhe, zum Beispiel auf einem Baugerüst. Dabei kommt es auf das enge Zusammenspiel aller Einsatzkräfte an, auf minutiöse Absprachen und das Wissen um das Können des jeweils Anderen.

Konfrontiert wurden die Studenten mit der ganzen Bandbreite der Not- und Unfälle aus dem Arbeitsalltag der Rettungsdienste. Da galt es, verschiedene Knochenbrüche, innere Verletzungen im Brustkorb oder Bauchraum oder schwere Kopfverletzungen zu erkennen und adäquat zu versorgen. Aber auch der Herzinfakt eines LKW-Fahrers zum Beispiel, schwere Verbrennung bei einem Baby oder aber ein drohender Selbstmord einer völlig verzweifelten Frau waren Aufgaben, die zu bewältigen waren. Der gesamte Notfallparcours bestand aus acht Stationen. Die mussten die zu Kleingruppen zusammengefassten Studenten absolvieren. Jede Gruppe verteilte die Aufgaben unter sich. An jeder Station waren zwei erfahrene Notfallmediziner der Uniklinik Freiburg, sowie Rettungsassistenten und Notfallsanitäter des DRK-Rettungsdienstes dabei. Sie halfen mit Tipps zur Logistik, machten Vorschläge, wie welche Situation auch anders bewältigt werden könnte, gaben Hinweise auf besondere Gefährdungen usw. Für die technischen Abläufe standen Feuerwehrleute bereit, die mit ihrem ganz speziellen Equipment halfen. Zum Beispiel mit einem klassischen Flaschenzug, um einen abgestürzten Bauarbeiter hoch zu hieven, oder mit Hebekissen und Schleifkorbtrage, um einen unter einem Baumstamm eingeklemmten Waldarbeiter zu retten. Nach jeder Übung ging’s sogleich in die Manöverkritik. Welche Medikamente wurden eingesetzt, waren die Dosierungen richtig, gab es Komplikationen, die man übersehen hat usw. Nicht nur für die Studenten, auch für die Veranstalter ist jeder Notfalltag lehrreich: „Wir lernen immer wieder Neues dazu“, sagt Oberarzt Dr. Axel Schmutz, der von Anfang an für die Organisation des Notfalltages verantwortlich zeichnet.

Die gemeinsame Mittagspause in der Elzacher Turn- und Festhalle nutzte Bürgermeister Roland Tibi zu einem Grußwort. Der Elzacher Notfalltag sei nach wie vor ein Novum in der Ausbildungslandschaft für Mediziner. Er erinnerte an den ersten Notfalltag am 13. Oktober 2007: „Da haben alle Neuland betreten“. Er dankte den damaligen Initiatoren Dr. Axel Schmutz, dem damaligen Kommandanten der Feuerwehr Elzach, Adrian Burger und Lothar Lang, Leiter der DRK-Rettungswache Elzach für ihre Initiative. Der Elzacher Notfalltag wird von den Rettungsorganisationen selbst auch längst für eigene Ausbildungszwecke genutzt. Für Nachwuchskräfte des DRK-Rettungsdienstes ist er ebenso interessant, wie für viele Feuerwehrleute. Kann man hier doch unter realistischen Bedingungen Einsatzszenarien üben, die nicht jeden Tag vorkommen. So beteiligten sich an diesem Notfalltag zum Beispiel auch Einsatzkräfte der Werksfeuerwehr des ZfP Emmendingen, Drehleitermaschinisten der Feuerwehr Waldkirch sowie Wehrkameraden der Feuerwehren Hofstetten und Mühlenbach.

 

1. Juni 2017 16:43 Uhr. Alter: 83 Tage
 
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