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Notfallsanitäter Florian Laufer

Der DRK-Kreisverband Emmendingen freut sich über den sehr erfolgreichen Ausbildungsabschluss seines ersten Auszubildenden im neuen Lehrberuf

Zwei, die sich zurecht über eine exzellente Ausbildungsleistung freuen: Florian Laufer (li.) und Ausbildungsleiter Martin Fechtig. Foto: Kurt Meier

Kreis Emmendingen (mkt). Der 23jährige Florian Laufer aus Kollnau ist der erste Notfallsanitäter des DRK-Kreisverbandes Emmendingen, der die dreijährige Berufsausbildung zu diesem neuen Lehrberuf abgeschlossen hat. Mit einer glatten 1,0 hat er die dreistufige Prüfung abgelegt und gehört damit zu den vier besten in ganz Baden-Württemberg. DRK-Kreisgeschäftsführer Jochen Hilpert und Ausbildungsleiter Martin Fechtig gratulierten dazu herzlich.
Zum 1. Januar 2014 wurde das neue Berufsbild des Notfallsanitäters und parallel dazu eine Ausbildungs- und Prüfungsverordnung in Deutschland eingeführt. Der Notfallsanitäter soll mittelfristig den Rettungsassistenten ersetzen. Er übernimmt bis zu einem gewissen Grad aber auch Aufgaben, die bislang dem Notarzt vorbehalten waren. Damit soll der Notarzt jedoch nicht ersetzt, sondern entlastet werden. Vor allem aber wird mit diesem neuen Berufsbild jedoch der Realität Rechnung getragen. Denn im Rettungsdienstalltag werden deutschlandweit rund drei Viertel aller Notfalleinsätze zumindest in der Erstphase von nicht-ärztlichem Rettungsdienstpersonal versorgt. Was ganz einfach zu erklären ist: Die dezentral stationierten Rettungswagen sind in der Regel schneller am Einsatzort, als die zentral – häufig an einem Krankenhaus – stationierten Notärzte, wie das Beispiel Landkreis Emmendingen zeigt: Die fünf DRK-Rettungswachen sind auf die Städte Emmendingen, Waldkirch, Elzach, Endingen und Herbolzheim verteilt. Ergänzt werden diese durch zwei Notarztstandorte in Emmendingen und Elzach.  Der in Endingen stationierte Rettungswagen ist also wesentlich schneller an einem Notfallort zum Beispiel am Kaiserstuhl, als der aus Emmendingen anfahrende Notarzt. Bis zu dessen Eintreffen übernehmen die Rettungsassistenten eigenständig die Notfallversorgung. Stellen sie eine Notfallsituation fest, die ein unverzügliches invasives Eingreifen erfordert – zum Beispiel die Intubation oder die Gabe von Medikamenten – dürfen sie dies nach derzeit geltender Rechtslage aber nur unter dem Aspekt des „rechtfertigenden Notstandes“ tun. Sie müssen also immer abwägen: Kann ich mit dieser Maßnahme warten, bis der Notarzt eintrifft, oder würde der Patient durch dieses Warten schwer geschädigt? Der Notfallsanitäter hingegen ist künftig aufgrund der im Berufsbild definierten eigenständigen Kompetenzen ermächtigt, diese Maßnahmen durchzuführen. Auf dieses eigenständige Arbeiten hebt auch die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter ab.
Florian Laufer kam nach seinem Abitur im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) zum DRK-Kreisverband Emmendingen. Ein Jahr lang war er als Rettungshelfer im Krankentransport eingesetzt, bevor er die Ausbildung zum Rettungssanitäter absolvierte. Im Jahr 2014 schrieb der DRK-Kreisverband Emmendingen die erste Ausbildungsstelle als Notfallsanitäter aus, nachdem er die staatliche Anerkennung als Ausbildungsbetrieb erhalten hatte. Auf diese Stelle bewarb sich Florian Laufer und wurde angenommen. Dass er mit dieser Ausbildung auch ein Stückweit Pionierarbeit würde leisten müssen, war ihm bewusst. Denn noch war alles im Aufbau. Die drei auf dem Papier vorgeschriebenen Ausbildungsabschnitte – Theorie an der DRK-Landesschule in Bühl, Klinikpraktikas in großen Kliniken mit Notfallerfahrung und Praxisausbildung auf den verschiedenen Einsatzmitteln des Rettungsdienstes – mussten erst mit Leben erfüllt werden. Da waren die Erfahrungen und Anregungen, die die ersten Auszubildenden in Baden-Württemberg mit einbrachten, sehr wertvoll. „Am einfachsten war es wohl für uns selber“, so Martin Fechtig, Ausbildungsleiter für den Bereich Rettungsdienst beim DRK-Kreisverband  Emmendingen. „Wir hatten ja schon langjährige Erfahrungen als Lehrrettungswache in der Ausbildung zum Rettungsassistenten“. Schwerer taten sich da die Kliniken, denn für die angehenden Notfallsanitäter taugen die Ausbildungsinhalte zum Beispiel in der Krankenpflege nur bedingt. Auch die für die Ausbildung von  Notfallsanitätern zugelassenen Schulen in Baden-Württemberg mussten sich erst noch auf die neuen Ausbildungsinhalte vorbereiten und ihr eigenes Lehrpersonal dafür qualifizieren.
Alles in allem war es eine spannende Zeit, so Florian Laufer im Rückblick. Aber auch eine sehr lehrreiche, denn – wie es bei Pionieren so üblich ist: Man durfte Vieles ausprobieren und testen, bevor es entweder wieder verworfen, oder als tauglich befunden wurde. Das letzte Ausbildungsjahr und damit die Vorbereitungen auf die dreistufige Prüfung waren sehr anspruchsvoll, so Laufer. Insgesamt 44 Notfallsanitäter in ganz Baden-Württemberg legten diese staatliche Prüfung ab. Vier von ihnen schafften eine glatte 1,0 als Prüfungsendnote. Einer davon war Florian Laufer. „Das zeigt auch die gute Arbeit unserer Ausbildungsabteilung“, lobte DRK-Kreisgeschäftsführer Jochen Hilpert. Für Florian Laufer geht es jetzt als Notfallsanitäter in seinem Ausbildungsbetrieb weiter. „Wir haben den Arbeitsvertrag schon unterschrieben“, freute sich Hilpert.
„Wir bemühen uns sehr aktiv, die Personalprobleme, die wir in den letzten beiden Jahren im Rettungsdienst beklagen müssen, zu bewältigen“, so Hilpert. Derzeit beschäftigt der DRK-Kreisverband Emmendingen sieben Auszubildende für den Lehrberuf des Notfallsanitäters. Zwei davon sind im dritten Ausbildungsjahr, zwei im zweiten und drei weitere junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben ihre Ausbildung gerade begonnen. Sie alle kommen aus den eigenen Reihen, haben ihre ersten Erfahrungen in Krankentransport und Notfallrettung im Rahmen eines FSJ gesammelt und sich für diese Ausbildung bewusst entschieden. „Wir wollen diesen Weg der Nachwuchsrekrutierung konsequent weiter gehen“, so Hilpert.
Parallel dazu besteht aber auch für bisher schon im Rettungsdienst tätige Rettungsassistenten die Möglichkeit, sich zum Notfallsanitäter weiter zu qualifizieren. Der Gesetzgeber hat dafür eine Übergangsfrist bis 2021 vorgegeben. Dafür müssen sie eine so genannte „Ergänzungsprüfung“ ablegen. Für diese Ergänzungsprüfung müssen sich die „Umschüler“ qualifizieren. Die Ausbildungsdauer richtet sich nach den Berufsjahren. Je länger ein Mitarbeiter schon im Rettungsdienst aktiv tätig ist und damit über einen entsprechenden Erfahrungsschatz verfügt, umso kürzer ist diese. Bisher haben 20 Rettungsassistenten des DRK-Kreisverbandes Emmendingen diese Ergänzungsprüfung geschafft. 15 weitere werden noch folgen.

 

 

10. November 2017 21:42 Uhr. Alter: 7 Tage
 
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